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Prachtschmerlen sind sehr langsam wachsende Fische die auf Grund
ihrer Endgröße und ihres Schwarmverhaltens nur in Aquarien größer
130 cm bzw. 250 Liter gehalten werden sollten. Dabei ist eine große
Grundfläche besser als eine große Beckenhöhe.
Prachtschmerlen
sind wie fast alle Schmerlenarten Bodenbewohner und lassen
sich nur selten in den mittleren bis oberen Wasserschichten
blicken. Auch in der Wahl des Futters sind sie sehr wählerisch.
Sie frißt mit Vorliebe Schnecken, Larven, Wasserflöhe und
Käfer, vereinzelt auch Futtertabletten wobei zu beachten ist
das diese Schmerlenart ihre Farbintensität schnell einbüßt
wenn sie nicht artgerecht ernährt wird. Schnecken sind unbedingt
erforderlich und sollten immer in einem separaten Aquarium nachgezüchtet
werden!
Prachtschmerlen
sind keine 'Soldaten gegen Schneckenplagen' sondern anspruchsvolle
Tiere welche bestimmte Voraussetzungen erwarten. Die Färbung
der Prachtschmerlen läßt mit zunehmenden Alter jedoch ebenfalls
etwas nach, vorbeugen kann man durch Verabreichung von roten
Posthornschnecken, welche wohl ihre intensive Färbung beim
Verzehr weitergeben.
Diese Schmerlenart wird bis zu 25 Jahre alt, eine Anschaffung dieser
Art sollte man sich also sorgfältig überlegen, da jedes Umsetzen
in andere Aquarien wieder zu Verlusten führt. In Aquarien mit
geringer Pflanzendichte werden diese Tiere sehr schnell scheu, man
sollte für genügend Versteckmöglichkeiten sorgen. Hierfür
eignen sich besonders gut weit überhängende Steinplatten die
in die Aquarienrückwand eingearbeitet werden können.
Die
feinen Barteln der Tiere reagieren
sehr empfindlich auf zu groben oder scharfkantigen Sand, den sie
auf der Suche nach Futter durchpflügen, daher empfiehlt sich
ein weicher Boden aus sehr feinem Sand oder eine mindestens 5 mm
dicke Mulmschicht. Desweiteren sind diese Fische sehr anfällig für
Ichthyophthiriasis - eine Behandlung mit entsprechenden Medikamenten
wird nicht gut vertragen. Ein Aquarium, welches mit vielen Schmerlen
besetzt ist produziert auch viele Abfälle wie z.B. Schneckenhäuser
- teilweise werden die Schneckenhäuser nicht ganz leer gefressen
so das es immer irgendwo zu Verunreinigungen durch faulendes Schneckenfleisch
kommen kann - um ein gesundes und stabiles Aquarium zu erhalten
sollten also auch Aasfresser vorhanden sein.
Auf den ersten Blick erkennt man bei den meisten Schmerlen
keine Schuppen - eine Zeit lang bin ich davon ausgegangen,
das Schmerlen grundsätzlich keine Schuppen hätten was aber
falsch ist. Tatsächlich sind die Schuppen nur sehr klein und
unter der Schleimschicht welche die Schuppen bedeckt nur sehr
schlecht zu erkennen. Die 'Haut' der Schmerlen reagiert empfindlich
auf kleine Verletzungen die zum Beispiel beim Umsetzen entstehen
können.
Die Schleimschicht auf der Haut schützt die Tiere vermutlich
vor Krankheitserregern, so das sich beim Erwerb dieser Tiere schnell
ein Problem ergeben kann: Der Zoohändler scheucht das Tier durch
das Aquarium um es mit einem Netz zu fangen - dabei werden häufig
Schleimhaut, Barteln und Dornen
der Tiere verletzt. Auf dem Transport werden die Tiere hohem Streß
ausgesetzt was sich noch verschlimmert wenn sie dann zu schnell
und ohne ausreichende Umgewöhnung in das heimische Aquarium umgesetzt
werden.
Durch
die beschädigte Schleim/Schuppenschicht können leicht Krankheitserreger
eindringen - ich gehe davon aus das in jedem Aquarium andere
Krankheitserreger in unterschiedlicher Konzentration vorhanden
sind, die Bewohner darin jedoch mittlerweile mehr oder weniger
dagegen immun geworden sind so das sie trotz beschädigter
Schleimhaut nicht erkranken, wohingegen neu eingesetzte Tiere
welche noch keine ausreichende Immunität gegen diese spezielle
Kombination der Krankheitserreger entwickelt haben daran eingehen
können. Zur Eingewöhnung an andere Wasserqualitäten muß man
hier also sehr sachte vorgehen.
Text: Andreas Kinast;
Bilder: Anika Börries
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