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Clownschmerle / Prachtschmerle

Chromobotia macracanthus (Bleeker, 1852)


Synonyme: Botia macracanthus (Bleeker, 1852);
Botia macrocanthus (Bleeker, 1852);
Cobitis macracanthus Bleeker, 1852;
Hymenophysa macracantha

Stamm: Chordatiere (Chordata)
Klasse: Fische (Pisces)
Ordnung: Karpfenähnliche Fische (Cypriniformes)
Unterordnung: Schmerlenartige (Cobitoidei)
Familie: Schmerlen (Cobitiae)
Unterfamilie: Botiinae
Größe: 15 - 30 cm
Erreichbares Alter: ca. 22,5 Jahre *
Geschlechts-
unterschied:
Bei älteren M konkave Innenlinien der Schwanzflosse
Ersteinführung 1935
Futter: Lebend- und Trockenfutter
Aquarium: min. 150 cm (ca. 375 l)
Beckenbereich: unten
Sozialverhalten: Schwarmfisch (ab 10 Tiere)
Nachzucht: Nur Zufallszuchten gelungen
Bemerkung: Auf Grund seiner Größe und seines Verhaltens (teilweise aggressiv) nur bedingt als Aquarienfisch geeignet.
Sumatra, Borneo
Herkunft: Sumatra und Borneo
Biotop: Flüsse mit sandigem bis schlammigen Grund
Temperaturen: 23 - 28°C
pH-Wert: 5 - 7,5
Gesamthärte: < 15°
Karbonathärte: < 10°

Durchschnittliche Preise im Handel:
Preise im Ø von 3,00 € bis 13,50 € (bei 58 Einzelpreisen)*
(Zuchtform und Größe können sich auf den Preis auswirken, diese Angaben dienen nur als grobe Orientierung! In Einzelfällen (Wildfänge, bes. Zuchtformen etc.) können die Preise auch deutlich anders liegen!)

Prachtschmerlen sind sehr langsam wachsende Fische die auf Grund ihrer Endgröße und ihres Schwarmverhaltens nur in Aquarien größer 130 cm bzw. 250 Liter gehalten werden sollten. Dabei ist eine große Grundfläche besser als eine große Beckenhöhe.

Prachtschmerlen sind wie fast alle Schmerlenarten Bodenbewohner und lassen sich nur selten in den mittleren bis oberen Wasserschichten blicken. Auch in der Wahl des Futters sind sie sehr wählerisch. Sie frißt mit Vorliebe Schnecken, Larven, Wasserflöhe und Käfer, vereinzelt auch Futtertabletten wobei zu beachten ist das diese Schmerlenart ihre Farbintensität schnell einbüßt wenn sie nicht artgerecht ernährt wird. Schnecken sind unbedingt erforderlich und sollten immer in einem separaten Aquarium nachgezüchtet werden!

Prachtschmerlen sind keine 'Soldaten gegen Schneckenplagen' sondern anspruchsvolle Tiere welche bestimmte Voraussetzungen erwarten. Die Färbung der Prachtschmerlen läßt mit zunehmenden Alter jedoch ebenfalls etwas nach, vorbeugen kann man durch Verabreichung von roten Posthornschnecken, welche wohl ihre intensive Färbung beim Verzehr weitergeben.

Diese Schmerlenart wird bis zu 25 Jahre alt, eine Anschaffung dieser Art sollte man sich also sorgfältig überlegen, da jedes Umsetzen in andere Aquarien wieder zu Verlusten führt. In Aquarien mit geringer Pflanzendichte werden diese Tiere sehr schnell scheu, man sollte für genügend Versteckmöglichkeiten sorgen. Hierfür eignen sich besonders gut weit überhängende Steinplatten die in die Aquarienrückwand eingearbeitet werden können.

PrachtschmerleDie feinen Barteln der Tiere reagieren sehr empfindlich auf zu groben oder scharfkantigen Sand, den sie auf der Suche nach Futter durchpflügen, daher empfiehlt sich ein weicher Boden aus sehr feinem Sand oder eine mindestens 5 mm dicke Mulmschicht. Desweiteren sind diese Fische sehr anfällig für Ichthyophthiriasis - eine Behandlung mit entsprechenden Medikamenten wird nicht gut vertragen. Ein Aquarium, welches mit vielen Schmerlen besetzt ist produziert auch viele Abfälle wie z.B. Schneckenhäuser - teilweise werden die Schneckenhäuser nicht ganz leer gefressen so das es immer irgendwo zu Verunreinigungen durch faulendes Schneckenfleisch kommen kann - um ein gesundes und stabiles Aquarium zu erhalten sollten also auch Aasfresser vorhanden sein.

Auf den ersten Blick erkennt man bei den meisten Schmerlen keine Schuppen - eine Zeit lang bin ich davon ausgegangen, das Schmerlen grundsätzlich keine Schuppen hätten was aber falsch ist. Tatsächlich sind die Schuppen nur sehr klein und unter der Schleimschicht welche die Schuppen bedeckt nur sehr schlecht zu erkennen. Die 'Haut' der Schmerlen reagiert empfindlich auf kleine Verletzungen die zum Beispiel beim Umsetzen entstehen können.

Die Schleimschicht auf der Haut schützt die Tiere vermutlich vor Krankheitserregern, so das sich beim Erwerb dieser Tiere schnell ein Problem ergeben kann: Der Zoohändler scheucht das Tier durch das Aquarium um es mit einem Netz zu fangen - dabei werden häufig Schleimhaut, Barteln und Dornen der Tiere verletzt. Auf dem Transport werden die Tiere hohem Streß ausgesetzt was sich noch verschlimmert wenn sie dann zu schnell und ohne ausreichende Umgewöhnung in das heimische Aquarium umgesetzt werden.

Durch die beschädigte Schleim/Schuppenschicht können leicht Krankheitserreger eindringen - ich gehe davon aus das in jedem Aquarium andere Krankheitserreger in unterschiedlicher Konzentration vorhanden sind, die Bewohner darin jedoch mittlerweile mehr oder weniger dagegen immun geworden sind so das sie trotz beschädigter Schleimhaut nicht erkranken, wohingegen neu eingesetzte Tiere welche noch keine ausreichende Immunität gegen diese spezielle Kombination der Krankheitserreger entwickelt haben daran eingehen können. Zur Eingewöhnung an andere Wasserqualitäten muß man hier also sehr sachte vorgehen.

Text: Andreas Kinast; Bilder: Anika Börries

 


Unterarten / Zuchtformen:

Borneo-Unterart
Sumatra-Unterart

 

Weiterführende Literatur:

Gernhard, K.; Schmidt, J. (1999), Ihr Hobby, Prachtschmerlen

Ott, G. (2000), Schmerlen im Aquarium, Bissendorf

 

Weiterführende Links (extern!):

www.schmerlen.de  

 


Diese Artbeschreibung wurde am 29.10.2006 aktualisiert. Die verwendeten Quellen sind in der Bibliographie aufgeführt. Bei Fragen melden Sie sich bitte im Forum. (Bitte die Art angeben!)

 

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Wenn Sie was zu den Statistiken (erreichtes Alter inzwischen verstorbener Exemplare oder den Preisen) beitragen möchten, können Sie sich hier eine Tabelle runterladen, die Sie dann bitte entsprechend ausgefüllt an mich zurückschicken oder Sie schicken mir einzelne Peise einfach per E-Mail direkt zu. Die ausgewerteten Daten in einer Übersichtstabelle kann bei mir erfragt werden. (In der Adresszeile "_at_" durch "@" ersetzen)

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