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Die Siamesische Saugschmerle wird gerne als Algenputzer verkauft,
allerdings wissen nur wenige Verkäufer auch, welche Grundbedürfnisse
dieses Tier an seine Umgebung stellt. So erwartet dieser Fisch eine
große Grundfläche vielen großen, glatten, Steinen die am besten
mit Algen bewachsen sein sollten.
Da dieser Fisch aus fließenden, sauerstoffreichen Gewässern stammt
und sich seiner Umgebung im Laufe der Evolution auch anpassen mußte,
besitzt er ein großes tellerartiges Maul welches einerseits ein
Ideales Werkzeug zum Algen abweiden ist, andererseits aber auch
als Saugnapf verwendet wird, um sich in der starken Strömung eines
Flusses an einem Stein festhalten zu können, um auszuruhen.
Leider
sind die Aquarien, mit denen dieser Fisch bei uns vorlieb nehmen
muß wenig geeignet. So findet die Siamesische Saugschmerle zwar
viele Algen als Futter, vermißt jedoch die weiten Schwimmräume was
zu Aggressionen führt. Außerdem ist unser Aquarienwasser selten
so Sauerstoffreich wie das der Flüsse, aus denen der Fisch
stammt - um nicht zu ersticken muß er also die Kiemenaktivität drastisch
erhöhen um zu überleben - leider bedeutet das eine dauerhafte
Überbeanspruchung.
Auch
die Gesellschaft bereitet häufig Probleme, so sollte man keinesfalls
große flache Fische wie z.B. Diskus
mit den Siams pflegen, denn diese könnten die glatte Oberfläche
als idealen Ruhepunkt ansehen und versuchen, sich an dem Diskus
fest zu saugen. Durch den Schreck bei dieser ungewöhnlichen
Berührung reißen sich die Tiere schon mal ein paar Schuppen
ab!
Die Siamesische Saugschmerle benötigt entweder ein weites Revier
um zu flüchten oder eben viele Versteckplätze, was bei so großen
Fischen nicht immer leicht ist. Meine Saugschmerle haben unter den
großen Sandstein-Platten sehr gerne flache Höhlen gegraben.
Vorsorglich habe ich unter den Sandsteinplatten ein paar große Stützsteine
angebracht, damit sie nicht bis auf den Boden krachen und die Fische
erdrücken. Zunächst wühlen die Fische mit dem Maul ein
Loch unter den Stein, den Sand wedeln sie dann mit ihrer kräftigen
Schwanzflosse fort. Zum Graben werden aber auch die Brustflossen
mit verwendet. Eine Handteller große Höhle ist so in wenigen Minuten
fertiggestellt.
Von der Stellung der Rückenflosse und Schwanzflosse kann man
grob den Gemütszustand des Fisches ableiten, so bedeuten zusammengeklappte
Flossen Angst oder Unbehagen, normalgestellte Flossen Wohlbefinden
und weit abgespreizte Flossen Aufmerksamkeit, jedoch mit erhöhter
Atemfrequenz eher Aggression. Das ist gut bei Rangkämpfen zu beobachten,
diese Fische sind übrigens revierbildend und zur Paarung besonders
leicht reizbar.
Hanel (1982) glaubt, daß ein Großteil
der in Aquarien gepflegten Saugschmerlen der Art G. kaznakovi
angehören, bei denen der für G. aymonieri typische
dorsale Lippenwulst fehlt. Genaue Untersuchungen stehen aber noch
aus.
Autor
und Bilder: Andreas
Kinast, Anika
Börries (Albino)
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