Das Zierfischverzeichnis
 
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Putzerschmerle / Russische / Siamesische Saugschmerle

Gyrinocheilus aymonieri (Tirant, 1883)


Synonyme: Psilorhynchus aymonieri Tirant, 1883;
Gyrinocheilops kaznakoi (Berg, 1906);
Gyrinocheilus kaznakovi Berg, 1906;
Gyrinocheilus kaznakoi Berg, 1906;
Gyrinocheilus pennocki (non Fowler, 1937);
Gyrinocheilus monchadskii Krasyukova & Gusev, 1987

Stamm: Chordatiere (Chordata)
Klasse: Fische (Pisces)
Ordnung: Karpfenähnliche Fische (Cypriniformes)
Unterordnung: Schmerlenartige (Cobitoidei)
Familie: Saugschmerlen (Gyrinocheilidae)
Unterfamilie: --
Größe: 25 cm
Erreichbares Alter: ca. 21 Jahre *
Geschlechts-
unterschied:
--
Ersteinführung --
Futter: Lebend- und Trockenfutter
Aquarium: min. 150 cm (ca. 375 l)
Beckenbereich: unten
Sozialverhalten: juv. Schwarmfisch -> Einzelgänger
Nachzucht: Noch nicht gelungen!
Bemerkung: --
Thailand
Herkunft: Mekong, Chao Phraya und nördliche malayische Halbinsel
Biotop: mittlere und größere Flüsse und überflutete Äcker
Temperaturen: 22 - 28°C
pH-Wert: 6 - 8
Gesamthärte: < 25°
Karbonathärte: --

Durchschnittliche Preise im Handel:
Preise im Ø von 1,40 € bis 3,60 € (bei 32 Einzelpreisen)*
(Zuchtform und Größe können sich auf den Preis auswirken, diese Angaben dienen nur als grobe Orientierung! In Einzelfällen (Wildfänge, bes. Zuchtformen etc.) können die Preise auch deutlich anders liegen!)

Die Siamesische Saugschmerle wird gerne als Algenputzer verkauft, allerdings wissen nur wenige Verkäufer auch, welche Grundbedürfnisse dieses Tier an seine Umgebung stellt. So erwartet dieser Fisch eine große Grundfläche vielen großen, glatten, Steinen die am besten mit Algen bewachsen sein sollten.

Da dieser Fisch aus fließenden, sauerstoffreichen Gewässern stammt und sich seiner Umgebung im Laufe der Evolution auch anpassen mußte, besitzt er ein großes tellerartiges Maul welches einerseits ein Ideales Werkzeug zum Algen abweiden ist, andererseits aber auch als Saugnapf verwendet wird, um sich in der starken Strömung eines Flusses an einem Stein festhalten zu können, um auszuruhen.

SaugschmerleLeider sind die Aquarien, mit denen dieser Fisch bei uns vorlieb nehmen muß wenig geeignet. So findet die Siamesische Saugschmerle zwar viele Algen als Futter, vermißt jedoch die weiten Schwimmräume was zu Aggressionen führt. Außerdem ist unser Aquarienwasser selten so Sauerstoffreich wie das der Flüsse, aus denen der Fisch stammt - um nicht zu ersticken muß er also die Kiemenaktivität drastisch erhöhen um zu überleben - leider bedeutet das eine dauerhafte Überbeanspruchung.

Auch die Gesellschaft bereitet häufig Probleme, so sollte man keinesfalls große flache Fische wie z.B. Diskus mit den Siams pflegen, denn diese könnten die glatte Oberfläche als idealen Ruhepunkt ansehen und versuchen, sich an dem Diskus fest zu saugen. Durch den Schreck bei dieser ungewöhnlichen Berührung reißen sich die Tiere schon mal ein paar Schuppen ab!

Die Siamesische Saugschmerle benötigt entweder ein weites Revier um zu flüchten oder eben viele Versteckplätze, was bei so großen Fischen nicht immer leicht ist. Meine Saugschmerle haben unter den großen Sandstein-Platten sehr gerne flache Höhlen gegraben. Vorsorglich habe ich unter den Sandsteinplatten ein paar große Stützsteine angebracht, damit sie nicht bis auf den Boden krachen und die Fische erdrücken. Zunächst wühlen die Fische mit dem Maul ein Loch unter den Stein, den Sand wedeln sie dann mit ihrer kräftigen Schwanzflosse fort. Zum Graben werden aber auch die Brustflossen mit verwendet. Eine Handteller große Höhle ist so in wenigen Minuten fertiggestellt.

Von der Stellung der Rückenflosse und Schwanzflosse kann man grob den Gemütszustand des Fisches ableiten, so bedeuten zusammengeklappte Flossen Angst oder Unbehagen, normalgestellte Flossen Wohlbefinden und weit abgespreizte Flossen Aufmerksamkeit, jedoch mit erhöhter Atemfrequenz eher Aggression. Das ist gut bei Rangkämpfen zu beobachten, diese Fische sind übrigens revierbildend und zur Paarung besonders leicht reizbar.

Hanel (1982) glaubt, daß ein Großteil der in Aquarien gepflegten Saugschmerlen der Art G. kaznakovi angehören, bei denen der für G. aymonieri typische dorsale Lippenwulst fehlt. Genaue Untersuchungen stehen aber noch aus.

Autor und Bilder: Andreas Kinast, Anika Börries (Albino)

 


Unterarten / Zuchtformen:

Zitronen-Saugschmerle (Albino)

 

Weiterführende Literatur:

Ott, G. (2000), Schmerlen im Aquarium, Bissendorf

 

Weiterführende Links (extern!):

www.schmerlen.de Rüsselbarben - Verwirrspiel um "Algenfresser"

 


Diese Artbeschreibung wurde am 29.10.2006 aktualisiert. Die verwendeten Quellen sind in der Bibliographie aufgeführt. Bei Fragen melden Sie sich bitte im Forum. (Bitte die Art angeben!)

 

* Mitmachen!

Wenn Sie was zu den Statistiken (erreichtes Alter inzwischen verstorbener Exemplare oder den Preisen) beitragen möchten, können Sie sich hier eine Tabelle runterladen, die Sie dann bitte entsprechend ausgefüllt an mich zurückschicken oder Sie schicken mir einzelne Peise einfach per E-Mail direkt zu. Die ausgewerteten Daten in einer Übersichtstabelle kann bei mir erfragt werden. (In der Adresszeile "_at_" durch "@" ersetzen)

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