|
Diese schlangenartigen quirligen Dornaugen sind allgemein nur unter
dem Oberbegriff Dornauge bekannt, wer sie eine Zeit lang beobachten
kann, wird sich sofort in sie verlieben.
Diese ruhigen Fische sind ausgezeichnete Putzer, die erst in der
Dämmerung aktiv werden, und jeden Winkel des Aquariums nach
Freßbaren durchsuchen. Dabei sei zu beachten, daß man,
wenn man einen Bodenfilter verwendet, Vorsicht walten lassen muß,
da sich die Tiere gerne mal eingraben und so in den Filter gesaugt
werden können.
Da
einzelne Tiere schnell schüchtern werden und sich nicht
mehr im offenen Wasser blicken lassen, sollte man immer mehrere
Exemplare halten.
Mit anderen friedlichen Arten haben die Fische keinerlei Probleme,
so daß sie sich gut zur Vergesellschaftung eignen. So lange
das Wasser weich und leicht sauer ist, macht diese Art kaum Probleme.
Am wohlsten fühlen sie sich jedoch in einem dichtbepflanzten
Aquarium, daß nicht zu stark beleuchtet ist.
Sie
sind gar nicht schreckhaft oder scheu, eher schüchtern - besonders
am späten Nachmittag bis gegen Abend sind sie sehr aktiv und lassen
sich häufig beobachten, wenn sie um einen Pflanzenhalm gewickelt
in den Blattansätzen nach Futterresten suchen. Zur Fütterungszeit
sind sie immer zu spät dran, aber da sie ohnehin nicht viel Futter
benötigen, werden sie kaum verhungern, denn normalerweise bleibt
an den für andere Fische unzugänglichen Stellen so viel Futter
hängen, das es für die Dornaugen allemal reicht. Bei der Fütterung
beobachte ich häufig, daß die Dornaugen überhaupt keine
Scheu vor anderen Tieren zeigen, selbst bei den relativ großen Prachtschmerlen
die ja nicht grade zimperlich und doch recht rabiat auf andere Fische
zugehen, machen sie selten einen Rückzieher. In aller Ruhe
schlängeln sie sich langsam auf die Futtertablette zu und schwimmen
frech zwischen und unter den im Vergleich riesig wirkenden Prachtschmerlen
hindurch zum Futter. Berührungsängste zeigen sie dabei kaum,
häufig habe ich beobachtet, wie eine Prachtschmerle
auf dem Dornauge liegend gleichzeitig an der Futtertablette fraß.
Wird
das Dornauge dann doch zu oft von anderen Fischen angestubst,
versteift es seinen Körper und läßt sich so ein Stück
beiseite schieben, sobald sie dann aus dem Gefahrenbereich
ist, schlängelt sie sich zügig davon. Man möchte es gar
nicht glauben, aber Dornaugen sind blitzschnell - wenn sie
sich bedroht fühlen, flüchten sie mit einer schlangenartigen
Bewegung von enormer Geschwindigkeit in ihr Versteck, man
hat keine Chance, sie mit zum Beispiel einem Kescher einzufangen,
ohne vorher die Einrichtungsgegenstände entfernt zu haben.
Eine
weitere Eigenart der Dornaugen ist, das sie sich zeitweise
auch mal außerhalb des Wassers aufhalten, sie sitzen dann
zum Beispiel auf einem Blatt einer Schwimmpflanze oder erkunden
das Gelände in ihrer näheren Umgebung, auch springen sie manchmal
unvermittelt aus dem Wasser in die Höhe, deshalb sollte man
das Aquarium besser gut abdecken und sämtliche Ritzen etwa
von Schaucheinlässen etc. gut verschließen.
Die Zucht der sich gerne im Boden eingrabenden Fische ist sehr
schwierig, wenn man Glück hat findet man dann die hellgrünen
Eier an Pflanzenteilen nahe der Wasseroberfläche. Häufig wurde
von einer spontanen Vermehrung in heimischen Aquarien berichtet,
sie sind also durchaus auch schöne Studienobjekte in Bezug auf die
Vermehrung von Schmerlen.
Ihre
liebsten Aufenthaltsorte verfügen über eine weiche
Mulmschicht und abgestorbene Pflanzenteile, zwischen denen
sie nur schwer zu erkennen sind. Es wird angenommen, daß
die Dornaugen durch ihre extrem bodennahe Lebensweise über
sehr starke Abwehrkräfte verfügen, und daß die im Mulm
lebenden Organismen ebenfalls für die geringe Anfälligkeit
auf infektions- oder parasitären Krankheiten verantwortlich
sind.
Autor:Andreas
Kinast (Anika B.); Bilder:
Andreas Kinast
|