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Ursprünglich kommen Guppys von Mittelamerika
bis Brasilien
in allen erdenklichen Lebensräumen vor - sogar im Brackwasser
- heute leben sie aber in vielen warmen Gebieten der Erde frei.
Das erklärt die breite Spanne der tolerierten Wasserwerte und
belegt, daß Guppys keineswegs reine Hartwasserfische sind
(vgl., W.
Staeck 1996). Auch wenn sie
sehr anpassungsfähig sind, sollte man, damit die Tiere sich
wohl fühlen sollte man, gerade bei Guppys die Wasserwerte in
Erfahrung bringen, bei denen sie gezüchtet wurden.
Heute
ist es extrem schwierig an eine der ursprünglichen Wildrassen
zu kommen, da sich fast alle in der Natur mit ausgesetzten
Zuchtformen vermischt haben. Wer also eine ursprüngliche
Wildform hat, sollte diese gezielt erhalten.
Gefüttert
werden diese Fische mit Trocken- und Lebendfutter, gelegentlich
auch mit pflanzlicher Kost. Man sollte aber immer in kleinen
Mengen und dafür mehr mals am Tag füttern, da die
Tiere nicht so viel auf einmal verdauen können. Gleichzeitig
zupfen sie ständig an Algen und Steinen und sammeln so
Infusorien und junge Algentriebe.
(Das
Bild links zeigt eine kurzflossige Guppyzuchtform)
Guppys
sind lebendgebärend, bekommen also im Gegensatz zu den
meisten anderen Fischen lebende Jungen, und tragen ihren Beinamen
"Millionenfisch" nicht zu Unrecht, weil sie sehr
vermehrungsfreudig sind. So kann ein Weibchen ca. alle 30
Tage zwischen 20 und 100 Junge bekommen. Daher sollte man
beim Besatz auf Beifische achten, die den Jungtieren nachstellen,
denn oft findet man keinen Abnehmer für junge Guppys...
Da
dies in einem kleinen Aquarien leicht zu Inzucht und schließlich
zu Degeneration führen kann, sollte man regelmäßig
fremde Tiere aus anderen Zuchten oder Zuchtlinien dazusetzen,
bzw. Tiere mit Degenerationserscheinungen aussondern, um zu
verhindern, daß sie sich weiter fortpflanzen.
Wenn
man gezielt züchten will (VORHER bitte unbedingt um Abnehmer
kümmern!), sollte man ein eigenes Zuchtbecken aufstellen, in
dem man dann die Jungfische separat aufzieht, weil junge Guppys
nicht nur für andere Fische eine gern gesehene Erweiterung
des Speiseplans sind, sondern auch die Altfische den Jungen stark
nachstellen. Wenn man das nicht möchte, reicht es sie in einem
dichtbepflanzten Aquarium zu halten. Im Pflanzendickicht können
sich so immer ein paar Jungtiere verstecken und erwachsen werden
- evtl. mehr als einem lieb ist.
(Das
Bild rechts zeigt vermutlich eine Guppy-Wildform aus Venezuela)
Es sollten immer mehr Weibchen als Männchen gehalten werden,
da die Männchen die Weibchen oft bedrängen und dies zu
Streß bei den Weibchen führen kann.
Da
auch die Wildformen sehr unterschiedlich gezeichnet sind (siehe
weiterführende Links), kann man sehr
gut die Mendelschen
Vererbungsgesetze erforschen. Allerdings sollte man bedenken,
daß, wie oben bereits erwähnt, die ursprünglichen
Wildformen sehr rar geworden sind, so daß es Sinn macht,
diese gezielt zu erhalten. Dabei sollte man aber kein Farben
etc. selektieren, um die natürliche Variabilität
der Tiere zu erhalten.
Ich habe hier nur einige Wildformen genannt, da es inzwischen unendlich
viele Zuchtvarianten gibt, die auf den weiterführenden Links
näher erläutert werden. Informationen zum Endlers
Guppy finden Sie hier, da
es sich offenbar um eine eigene Art handelt.
Bilder: Anika Börries
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