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Kampffische lieben klares warmes Wasser mit mäßiger
Strömung. Die männlichen Tiere sind sehr aggressiv und
bekämpfen ihre Gegner (andere Männchen) teilweise bis
zum Tod. In kleinen Becken sollte man daher beide Geschlechter einzeln
halten. In Größeren (ab 100 cm) ist eine Paar- oder Haremshaltung
möglich, wenn man züchten will. Förderlich für
ein langes Leben ist bei Kampffischen aber die Einzelhaltung. Anderen
Fischen gegenüber sind Kampffische sehr friedlich, so daß
sie mit den meisten Fischen vergesellschaftet werden können,
jedoch sollte man sie wegen ihrer langen Flossen nicht zusammen
mit flossenzupfenden Arten halten.
Zucht:
Zur
Laichzeit baut das Männchen ein Schaumnest, in das es alle
Eier sammelt und das es sorgsam bewacht. Die Weibchen sollten hier
herausgefangn werden, wenn das Aquarium nicht genügend Ausweichmöglichkeiten
bietet, da es dann vom Männchen nicht geduldet wird.
Die nach 30 Std. schlüpfende Brut wird dann mit Artemia
und ähnlichem Lebendfutter aufgezogen. Dabei sollte in regelmäßigen
Abständen Teilwasserwechsel gemacht werden.
Bei
einer Zucht ist zu beachten, daß ab ca. der 8. Woche genau
beobachtet und separiert werden sollte. Jeweils der dominantere
Fisch sollte entfernt werden. So bildet sich der nächste dominante
Fisch heran usw. Zur Balz/Paarung ist eine gewisse Dominanz
von Vorteil. Da ein Männchen, das gut „imponieren“ kann, von
einem Weibchen eher beachtet wird und die Kämpfe bei der Balz
nicht so stark sein werden. Das Weibchen sieht, daß es ein
stattliches Männchen ist.
In
einem Gesellschaftsbecken zeigen sie ab und zu, wie toll sie
sind aber das bleibt im Rahmen. Da die Betta es gern ruhig
mögen, kommt es selten im Gesellschaftsbecken zur Paarung.
Zu den Fischen im Gesellschaftsbecken sind sie eher friedlich,
jedoch sollte auf Fische mit bunten Schleierschwänzen verzichtet
werden, da die Betta-Männchen diese als Rivalen ansehen werden
und auch bekämpfen werden. Sollten die Betta im G.-Aquarium
paaren, werden sie ihr Nest vor den anderen Fischen verteidigen.
Die meisten Fische respektieren dies und es ist auch kein
Problem, wenn das Aquarium groß genug ist.
Ein
Betta braucht ein Revier von 20 x 20 cm. Während der Balz
ist das Männchen etwas rabiat. Kleine Stücken der Flossen
müssen in der Regel dran glauben aber das ist meistens so
und sie wachsen nach.
Im
Aufzuchtbecken:
Sollte das Männchen noch schlimmer werden, so daß bösere
Verletzungen drohen, Weibchen raus und in zwei Tagen noch mal dazu
tun. Der wird’s sich überlegen. Tips zur Paarung im Zuchtbecken:
Man kann z.B. das Mädel in einem Behälter (z.B. abgeschnittene Cola-Plastik-Flasche
oder Deckel einer CD-Spindel) ins Aquarium stellen, indem das Männchen
schon ist. Er wird es sehr schnell bemerken und schon bald mit dem
Nestbau beginnen. Zeigt das Mädel Laichstreifen, kann es frei gelassen
werden. Erst wird das Männchen das Mädel noch jagen, da er womöglich
mit dem Nestbau noch nicht fertig ist, aber bald wird das Führungschwimmen
folgen, also er schwimmt vor und das Mädel folgt ihm. Ich setze
immer ein Mädel ins Aquarium und zeigen sich schon bald Laichstreifen,
brauch ich nur noch abwarten. Geht das nicht so, eben mit zwei Mädels
versuchen (Konkurrenz animiert zur Laichbereitschaft) oder die Methode
mit dem Behälter. Auch hier helfen wieder die Versteckmöglichkeiten:
Viele Pflanzen und eine Wurzel stellen dem Weibchen Versteckmöglichkeiten,
wohin sie sich verziehen kann, wenn das Männchen rabiat wird.
Die
Paarung:
Die Paarung dauert meist mehrere Stunden. Nach dem Führungsschwimmen
folgt das Weibchen unters Nest. Meist stupst sie ihn in die
Seite, das sind Beschwichtigungen. Jagd er sie nicht wieder
weg, beginnt die Paarung.
Meist
beginnt es mit Scheinpaarungen, bei der sie üben, die richtige Position
zu finden. Er umschlingt das Weibchen und dreht es auf den Rücken.
Sie entläßt die Eier, die dann vom Sperma des Männchens
befruchtet werden. Nach der Paarung verharren sie noch in der so
genannten Laichstarre für wenige Sekunden. Das Männchen beginnt
dann die Eier aufzusammeln, die nun langsam zum Boden schweben.
Er umhüllt die Eier mit einem Sekret und spuckt sie in das Nest.
Manchmal hilft das Weibchen mit, die Eier aufzusammeln. Nun folgen
noch mehrere Paarungen mit gleichem Ablauf. Zwischendurch stabilisiert
das Männchen immer wieder das Nest. Fängt er an, das Weibchen zu
jagen, sollte man es raus nehmen.
(Das Bild rechts zeigt ein Weibchen.)
Nun baut das Männchen weiter am Nest. Manchmal entstehen richtige
Burgen. Während der Nestpflege frißt das Männchen in der Regel
nichts. Deshalb sollte es vor der Paarung gut gefüttert worden sein.
Ich gebe trotzdem jeden Tag ganz wenig Futter ins Becken. Nach ca.
24 - 48 Stunden schlüpfen die Kleinen und hängen wie kleine Kommata
unterm Nest Das Männchen bringt rausgefallene Larven wieder zum
Nest. In diesem Stadium können die Kleinen noch nicht so gut schwimmen.
Sie schwimmen senkrecht. Nach ca. 4 tagen können sie freischwimmen.
Dann sollte auch der Vater entfernt werden. Die ersten 2 tage ernähren
sich die Kleinen von ihrem Dottersack. Dann von Infusorien, die
in jedem Aquarium mit Pflanzen etc., vorhanden sind.
Betta sind Fleischfresser, es reicht nicht aus, mit Algen zu füttern.
Dann folgt sie Fütterung mit Aufzuchtfutter, am besten hat man eine
Artemiaaufzucht. Nach der Paarung
sollte man Weibchen (zuerst, da zuerst entnommen) gut füttern und
eventuell ein Seemandelbaumblatt zugeben, das den Stress abbaut,
den die Beiden ja nun sehr lange hatten. Die Temperatur im Aufzuchtbecken
sollte um 26 Grad liegen. Manche Züchter machen höhere Temperaturen.
Dadurch wachsen die Kleinen schneller aber leben nicht so lange,
durch den erhöhten Stoffwechsel. Das Wachstum der Betta ist sehr
langsam. Meine Kleinen sind mit ca. 5 Wochen gerade mal ca. 1,5
cm groß. Ausgewachsen sind sie mit ca. 6 – 8 Monate, wo sie auch
abgabebereit sind.
Will man [gezielt] züchten sollte man mehrere Aquarien zur Verfügung
haben. Erstens das Zucht und Aufzuchtbecken. Ein Becken, in das
die Elterntiere nach der Paarung und Nestpflege gesetzt werden und
Einzelbehälter (Vorzugsweise nicht rund), in die die Kleinen separiert
werden sollen. Ein kleiner Tip zur Beheizung dieser: Ich nehme eine
Heizdecke unter die Behälter. Obwohl auch in einem normal geheizten
Raum di Zimmertemperatur ausreicht. In den Einzelbecken muß
man alle drei Tage das Wasser wechseln. Eine Zucht der Betta, bedeutet
viel Arbeit, Zeitaufwand und auch Platz.
Da
die Tiere auch atmosphärische Luft aufnehmen sollte man
die Aquarien immer gut abgedeckt halten, damit die Luftfeuchtigkeit
und -temperatur über der Wasseroberfläche nicht
zu gering wird.
Text
(teilweise): Annett Chalupa; Bilder: A. Dossler und Anika Börries
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