Das Zierfischverzeichnis
 
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Siamesischer Kampffisch

Betta splendens Regan, 1910


Synonyme: Betta trifasciata;
Betta pugnax;
Betta rubra

Stamm: Chordatiere (Chordata)
Klasse: Fische (Pisces)
Ordnung: Barschartige (Perciformes)
Unterordnung: Kletterfische (Anabantoidei)
Familie: Makropodenähnliche (Belontiidae)
Unterfamilie: Makropodenartige (Macropodusinae)
Größe: 5 - 7 cm
Erreichbares Alter: ca. 3 Jahre*
Geschlechts-
unterschied:
M farbiger und mit deutlich größere Flossen
Ersteinführung 1892
Futter: Lebend- und Trockenfutter
Aquarium: min. 60 cm (ca. 54 - 63 l)
Beckenbereich: --
Sozialverhalten: Einzelgänger, die sich nur zur Paarung dulden
Nachzucht: Das Männchen baut ein Schaumnest in das die Eier gepackt werden
Bemerkung: Die Männchen SEHR aggressiv untereinander und bekämpfen sich bis zum Tod!
Thailand, Mekong-Becken
Herkunft: Thailand (Mekongbecken)
Biotop: langsam fließende und stehende Gewässer, wie zum Beispiel Reisfelder und Tümpel
Temperaturen: 24 - 30°C
pH-Wert: 6 - 8
Gesamthärte: 5 - 15°
Karbonathärte: < 4°

Durchschnittliche Preise im Handel:
Preise im Ø von 1,50 € bis 6,50 € (bei 81 Einzelpreisen)*
(Zuchtform und Größe können sich auf den Preis auswirken, diese Angaben dienen nur als grobe Orientierung! In Einzelfällen (Wildfänge, bes. Zuchtformen etc.) können die Preise auch deutlich anders liegen!)

Kampffische lieben klares warmes Wasser mit mäßiger Strömung. Die männlichen Tiere sind sehr aggressiv und bekämpfen ihre Gegner (andere Männchen) teilweise bis zum Tod. In kleinen Becken sollte man daher beide Geschlechter einzeln halten. In Größeren (ab 100 cm) ist eine Paar- oder Haremshaltung möglich, wenn man züchten will. Förderlich für ein langes Leben ist bei Kampffischen aber die Einzelhaltung. Anderen Fischen gegenüber sind Kampffische sehr friedlich, so daß sie mit den meisten Fischen vergesellschaftet werden können, jedoch sollte man sie wegen ihrer langen Flossen nicht zusammen mit flossenzupfenden Arten halten.

Zucht:

DoppelschwanzzuchtformZur Laichzeit baut das Männchen ein Schaumnest, in das es alle Eier sammelt und das es sorgsam bewacht. Die Weibchen sollten hier herausgefangn werden, wenn das Aquarium nicht genügend Ausweichmöglichkeiten bietet, da es dann vom Männchen nicht geduldet wird.

Die nach 30 Std. schlüpfende Brut wird dann mit Artemia und ähnlichem Lebendfutter aufgezogen. Dabei sollte in regelmäßigen Abständen Teilwasserwechsel gemacht werden.

Bei einer Zucht ist zu beachten, daß ab ca. der 8. Woche genau beobachtet und separiert werden sollte. Jeweils der dominantere Fisch sollte entfernt werden. So bildet sich der nächste dominante Fisch heran usw. Zur Balz/Paarung ist eine gewisse Dominanz von Vorteil. Da ein Männchen, das gut „imponieren“ kann, von einem Weibchen eher beachtet wird und die Kämpfe bei der Balz nicht so stark sein werden. Das Weibchen sieht, daß es ein stattliches Männchen ist.

In einem Gesellschaftsbecken zeigen sie ab und zu, wie toll sie sind aber das bleibt im Rahmen. Da die Betta es gern ruhig mögen, kommt es selten im Gesellschaftsbecken zur Paarung. Zu den Fischen im Gesellschaftsbecken sind sie eher friedlich, jedoch sollte auf Fische mit bunten Schleierschwänzen verzichtet werden, da die Betta-Männchen diese als Rivalen ansehen werden und auch bekämpfen werden. Sollten die Betta im G.-Aquarium paaren, werden sie ihr Nest vor den anderen Fischen verteidigen. Die meisten Fische respektieren dies und es ist auch kein Problem, wenn das Aquarium groß genug ist.

Ein Betta braucht ein Revier von 20 x 20 cm. Während der Balz ist das Männchen etwas rabiat. Kleine Stücken der Flossen müssen in der Regel dran glauben aber das ist meistens so und sie wachsen nach.

Im Aufzuchtbecken:

Sollte das Männchen noch schlimmer werden, so daß bösere Verletzungen drohen, Weibchen raus und in zwei Tagen noch mal dazu tun. Der wird’s sich überlegen. Tips zur Paarung im Zuchtbecken: Man kann z.B. das Mädel in einem Behälter (z.B. abgeschnittene Cola-Plastik-Flasche oder Deckel einer CD-Spindel) ins Aquarium stellen, indem das Männchen schon ist. Er wird es sehr schnell bemerken und schon bald mit dem Nestbau beginnen. Zeigt das Mädel Laichstreifen, kann es frei gelassen werden. Erst wird das Männchen das Mädel noch jagen, da er womöglich mit dem Nestbau noch nicht fertig ist, aber bald wird das Führungschwimmen folgen, also er schwimmt vor und das Mädel folgt ihm. Ich setze immer ein Mädel ins Aquarium und zeigen sich schon bald Laichstreifen, brauch ich nur noch abwarten. Geht das nicht so, eben mit zwei Mädels versuchen (Konkurrenz animiert zur Laichbereitschaft) oder die Methode mit dem Behälter. Auch hier helfen wieder die Versteckmöglichkeiten: Viele Pflanzen und eine Wurzel stellen dem Weibchen Versteckmöglichkeiten, wohin sie sich verziehen kann, wenn das Männchen rabiat wird.

Die Paarung:

Die Paarung dauert meist mehrere Stunden. Nach dem Führungsschwimmen folgt das Weibchen unters Nest. Meist stupst sie ihn in die Seite, das sind Beschwichtigungen. Jagd er sie nicht wieder weg, beginnt die Paarung.

Meist beginnt es mit Scheinpaarungen, bei der sie üben, die richtige Position zu finden. Er umschlingt das Weibchen und dreht es auf den Rücken. Sie entläßt die Eier, die dann vom Sperma des Männchens befruchtet werden. Nach der Paarung verharren sie noch in der so genannten Laichstarre für wenige Sekunden. Das Männchen beginnt dann die Eier aufzusammeln, die nun langsam zum Boden schweben. Er umhüllt die Eier mit einem Sekret und spuckt sie in das Nest. Manchmal hilft das Weibchen mit, die Eier aufzusammeln. Nun folgen noch mehrere Paarungen mit gleichem Ablauf. Zwischendurch stabilisiert das Männchen immer wieder das Nest. Fängt er an, das Weibchen zu jagen, sollte man es raus nehmen.
(Das Bild rechts zeigt ein Weibchen.)

Nun baut das Männchen weiter am Nest. Manchmal entstehen richtige Burgen. Während der Nestpflege frißt das Männchen in der Regel nichts. Deshalb sollte es vor der Paarung gut gefüttert worden sein. Ich gebe trotzdem jeden Tag ganz wenig Futter ins Becken. Nach ca. 24 - 48 Stunden schlüpfen die Kleinen und hängen wie kleine Kommata unterm Nest Das Männchen bringt rausgefallene Larven wieder zum Nest. In diesem Stadium können die Kleinen noch nicht so gut schwimmen. Sie schwimmen senkrecht. Nach ca. 4 tagen können sie freischwimmen. Dann sollte auch der Vater entfernt werden. Die ersten 2 tage ernähren sich die Kleinen von ihrem Dottersack. Dann von Infusorien, die in jedem Aquarium mit Pflanzen etc., vorhanden sind.

Betta sind Fleischfresser, es reicht nicht aus, mit Algen zu füttern. Dann folgt sie Fütterung mit Aufzuchtfutter, am besten hat man eine Artemiaaufzucht. Nach der Paarung sollte man Weibchen (zuerst, da zuerst entnommen) gut füttern und eventuell ein Seemandelbaumblatt zugeben, das den Stress abbaut, den die Beiden ja nun sehr lange hatten. Die Temperatur im Aufzuchtbecken sollte um 26 Grad liegen. Manche Züchter machen höhere Temperaturen. Dadurch wachsen die Kleinen schneller aber leben nicht so lange, durch den erhöhten Stoffwechsel. Das Wachstum der Betta ist sehr langsam. Meine Kleinen sind mit ca. 5 Wochen gerade mal ca. 1,5 cm groß. Ausgewachsen sind sie mit ca. 6 – 8 Monate, wo sie auch abgabebereit sind.

Will man [gezielt] züchten sollte man mehrere Aquarien zur Verfügung haben. Erstens das Zucht und Aufzuchtbecken. Ein Becken, in das die Elterntiere nach der Paarung und Nestpflege gesetzt werden und Einzelbehälter (Vorzugsweise nicht rund), in die die Kleinen separiert werden sollen. Ein kleiner Tip zur Beheizung dieser: Ich nehme eine Heizdecke unter die Behälter. Obwohl auch in einem normal geheizten Raum di Zimmertemperatur ausreicht. In den Einzelbecken muß man alle drei Tage das Wasser wechseln. Eine Zucht der Betta, bedeutet viel Arbeit, Zeitaufwand und auch Platz.

Da die Tiere auch atmosphärische Luft aufnehmen sollte man die Aquarien immer gut abgedeckt halten, damit die Luftfeuchtigkeit und -temperatur über der Wasseroberfläche nicht zu gering wird.

Text (teilweise): Annett Chalupa; Bilder: A. Dossler und Anika Börries

 


Unterarten / Zuchtformen:

Wildform (kurze Flossen und nur sehr selten im Handel zu finden)
roter Schleierschwanz

 

Weiterführende Literatur:

Kampffische speziell:

Donoso-Büchner, R.; Schmidt, J. (1999), Ihr Hobby, Kampffische, Wildformen, ISBN 393364609X

Gonella, H.; Masillamoni, R. (1998), Ihr Hobby, Schleierkampffische, ISBN: 3931792765

Gonella, H.; Masillamoni, R. (), Ratgeber - Kampffische, ISBN: 3931792226

 

Labyrinther allgemein:

Linke, H.(1998), Farbe im Aquarium - Labyrinthfische, ISBN: 3897451204

Kokoscha, M. (1998), Labyrinthfische, ISBN 3800174316

Vierke, J. (2001), Labyrinthfische, ISBN: 3440082482

 

Weiterführende Links (extern!):

www.kampffischseite.de Zum Aggressionsverhalten der Kampffische der Gattung Betta

 


Diese Artbeschreibung wurde am 23.01.2009 aktualisiert. Die verwendeten Quellen sind in der Bibliographie aufgeführt. Bei Fragen melden Sie sich bitte im Forum. (Bitte die Art angeben!)

 

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