Das Zierfischverzeichnis
 
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Gabelschwanzmakropode / Großflosser / Makropode / Paradiesfisch

Macropodus opercularis (Linnaeus, 1758)


Synonyme: Labrus opercularis Linnaeus, 1758;
Macropodus chinensis (Bloch, 1790);
Chaetodon chinensis Bloch, 1790;
Macropodus viridiauratus Lacepède, 1801;
Macropodus venustus Cuvier, 1831;
Macropodus ctenopsoides Brind, 1915;
Macropodus filamentosus Oshima, 1919;
Platypodus furca;
Polyacanthus opercularis

Stamm: Chordatiere (Chordata)
Klasse: Fische (Pisces)
Ordnung: Barschartige (Perciformes)
Unterordnung: Kletterfische (Anabantoidei)
Familie: Makropodenähnliche (Belontiidae)
Unterfamilie: Macropodusinae
Größe: 10 cm
Erreichbares Alter: ca. 10 Jahre *
Geschlechts-
unterschied:
W blasser
Ersteinführung 1869; 1876 durch Sasse
Futter: Allesfresser (Flocken-, Grün- und Lebendfutter)
Aquarium: min. 80 cm (ca. 112 l)
Beckenbereich: oben
Sozialverhalten: Paar- oder Haremshaltung
Nachzucht: Schaumnestbauer
Bemerkung: Leider sind im Handel meist nur noch schwächliche und schlecht gefärbte Tiere erhältlich.
Taiwan, Korea, China, Vietnam
Herkunft: Vom Jangtsekiang-Becken in China bis Thailand und Vietnam
Biotop: Sümpfe, langsamfließende Flüsse und Reisfelder
Temperaturen: 18 - 30°C
pH-Wert: 6 - 8
Gesamthärte: < 30°
Karbonathärte: --

Durchschnittliche Preise im Handel:
Preise im Ø von 1,50 € bis 4,30 € (bei 43 Einzelpreisen)*
(Zuchtform und Größe können sich auf den Preis auswirken, diese Angaben dienen nur als grobe Orientierung! In Einzelfällen (Wildfänge, bes. Zuchtformen etc.) können die Preise auch deutlich anders liegen!)

Diese Fische ist einer der ersten Tropenfische die in Gefangenschaft gezüchtet wurden und zwar von
P. Carbonnier 1869. Von diesem Stamm leiten sich noch heute die meisten dieser Makropoden ab, die heute in Aquarien gehalten werden.

Leider sind im Handel meist nur noch schwächliche und schlecht gefärbte Tiere erhältlich, was den Schluß zu läßt, das diese Tiere langfristig aus der Aquaristik verschwinden werden.

Der Paradiesfisch ist ein sehr zutraulicher und schöner Fisch, dem man mit etwas Geduld gewisse Verhaltensweisen beibringen kann. Manchmal ist er geradezu aufdringlich und störend, zum Beispiel beim Schneiden der Pflanzen kommt er gerne an und zupft an der Körperbehaarung und an so empfindlichen Stellen wie der Arminnenseite.

ParadiesfischmännchenParadiesfische sind gierige Allesfresser - sie haben immer Hunger und kommen sofort an die Wasseroberfläche wenn sie eine Futterdose erkennen (kein Witz, sie können eine Coladose vom Fischfutter unterscheiden !)

Paarungsbereite Männchen umschwimmen ihr bevorzugtes Weibchen und zeigen dabei ihre prächtige Färbung und ihre Größe. Es zeigt dem Weibchen sein Revier in dem das Paarungs-Ritual vollzogen wird.
Leider konnte ich diesen Vorgang noch nicht beobachten, in der Literatur wird ein gegenseitiges Umschlingen der Tiere beschrieben. Das Männchen baut aus mit einem Sekret überzogenen Luftblasen ein Schaumnest in dem die Eier abgelegt werden - auch lose Blätter und aufschwimmende Stengel von Wasserpflanzen werden mit eingebaut. Fällt ein Ei heraus so wird es vom Männchen zurück ins Schaumnest 'gespuckt'.

Wenn nach ca. zwei Tagen die stecknadelkopfgroßen Fischlein geschlüpft sind, halten sie sich zunächst weiterhin in der Nähe des Nestes auf welches weiterhin vom Männchen bewacht wird. Kommt ein Artgenosse diesem Nest zu nahe wird er quer durch das Aquarium gejagt - Schwanzflossen und Schuppen des Gejagten werden dabei schon mal arg in Mitleidenschaft gezogen - im Gegensatz zu anderen Arten bekämpfen sich die Tiere aber nicht bis zum Tode. Häufig genügt schon die zur Schaustellung der breiten, farbenprächtigen Flossen.

Paradiesfisch beim NestbauMutig sind sie - verteidigt ein Männchen sein Revier so ist kein Angreifer zu groß - immer wieder beißt es kräftig in die Finger (beim Menschen) oder in die Flossen (beim Fisch) - zahnlos wie die Paradiesfische sind entstehen zwar keine schlimmen Verletzungen aber schmerzhaft ist es doch. Und sogar den Betrachter durch die Scheibe sieht das Männchen als Bedrohung an und zeigt sofort sein Imponiergehabe - er plustert sich auf, spreizt sämtliche Flossen und zeigt seine leuchtenden Farben - schwimmt dann stoßweise auf den vermeintlichen Feind zu und reißt das Maul auf. Hat sich ein Pärchen gefunden, so bleibt es sich treu bis in den Tod - häufig verstirbt der zurückgelassene Partner kurze Zeit später ebenfalls. Ungefähr drei Wochen nach dem Schlüpfen sind die kleinen Paradiesfische 7 mm lang, nun beginnen sie mit der Umstellung der Atmung von Kiemen auf Labyrinth.

Andere Paradiesfische sind nun keine Gefahr mehr und so verlassen die Minifische das Nest. Das Labyrinth kann man sich wie einen gewundenen Schlauch oben im Kopf des Fisches vorstellen, der wie unsere Lungen die Luft aufnimmt und an das Blut abgibt. Diese Art der Atmung ermöglicht es den Tieren, auch bei schlechter werdenden Wasserbedingungen länger zu überleben als andere, Kiemen atmende Fische.

Was in den Fischbüchern als "produktive" Fortpflanzung zu lesen ist möchte ich so umschreiben: von ca. 100 Eiern eines Wurfes entwickeln sich ca. 50 Minifische, und von diesen 50 Minifischen werden ca. 25 Fische bei optimalen Bedingungen überleben, wenn die Wandlung von Kiemenatmung auf Labyrinthatmung erfolgt. Dieser Verlust ist auf drei Umstände zurückzuführen: erstens kann der Vater nicht alle Eier vor Nesträubern beschützen, zweitens sterben viele bereits an Erschöpfung wenn die Strecke zwischen Boden und Wasseroberfläche zu groß ist und drittens sind die Minifische bei der Atmungsumstellung sehr empfindlich - sie benötigen warme, sehr feuchte Umgebungsluft um beim ersten Atemzug keinen Schock zu bekommen. Wer jetzt noch lebt der wird binnen 6 Monaten erwachsen und selber Nester bauen - was übrigens vom Futterangebot, Wassertemperatur und der Bevölkerungsdichte abhängig ist.

Autor / Bilder : Andreas Kinast

 


Unterarten / Zuchtformen:

M. opercularis concolor
Albino

 

Weiterführende Literatur:

Makropoden speziell:

Linke, H.(1998), Farbe im Aquarium - Labyrinthfische, ISBN: 3897451204

Kokoscha, M. (1998), Labyrinthfische, ISBN 3800174316

Paepke, H.-J. (1994), Die Paradiesfische, ISBN 3894324066

Schmidt, J. (1998), Ihr Hobby, Makropodenähnliche und Fadenfische, ISBN 393179248X

Seehaus, T.; Schmidt, J. (2002), Ihr Hobby, Paradiesfische, ISBN 389860005X

Vierke, J. (2001), Labyrinthfische, ISBN: 3440082482

 

Weiterführende Links (extern!):

Macropodus opercularis "Quan Nam (Vietnam)" Paradiesfisch, Quan Nam-Makropode  

 


Diese Artbeschreibung wurde am 09.01.2007 aktualisiert. Die verwendeten Quellen sind in der Bibliographie aufgeführt. Bei Fragen melden Sie sich bitte im Forum. (Bitte die Art angeben!)

 

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