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Grüner Argusfisch / Gemeiner Argusfisch

Scatophagus argus (Linnaeus, 1766)

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Synonyme: Chaetodon argus Linnaeus, 1766;
Scatophagus argus argus (Linnaeus, 1766);
Ephippus argus (Linnaeus, 1766);
Chaetodon atromaculatus Bennett, 1830;
Scatophagus aetatevarians De Vis, 1884;
Scatophagus quadranus De Vis, 1884

Stamm: Chordatiere (Chordata)
Klasse: Fische (Pisces)
Ordnung: Barschartige Fische (Perciformes)
Unterordnung: Seebaderartige (Acanthuroidei)
Familie: Argusfische (Scatophagidae)
Unterfamilie: --
Größe: 30 cm
Erreichbares Alter: --*
Geschlechts-
unterschied:
--
Ersteinführung 1906
Futter: Lebend-, Trocken- und Pflanzenfutter (Wasserpflanzen!)
Aquarium: min. 200 cm (ca. 600 l)
Beckenbereich: --
Sozialverhalten: Schwarmfisch (ab 10 Tiere)
Nachzucht: Noch nicht gelungen!
Bemerkung: Laut den "Heidelberger Beschlüssen zum Tierschutz im Zoofachandel" für Aquarien nur bedingt geeignet.
tropischer indopazifischer RaumSüdasien
Herkunft: tropischer indopazifischer Raum:von Kuwait nach Vanuatu und Neu Caledonien, nördlich bis ins südliche Japan; von Palau bis Pohnpei in Micronesien, sowie Samoa und die Society Islands
Biotop: --
Temperaturen: 20 - 26°C
pH-Wert: ph 7,6 - 7,8
Gesamthärte: dH bis 15°, SG 1,002 - 1,025
Karbonathärte: --

Durchschnittliche Preise im Handel:
Preise im Ø von 7,10 € bis 16,50 € (bei 3 Einzelpreisen)*
(Zuchtform und Größe können sich auf den Preis auswirken, diese Angaben dienen nur als grobe Orientierung! In Einzelfällen (Wildfänge, bes. Zuchtformen etc.) können die Preise auch deutlich anders liegen!)

Der Name Scatophagus bedeutet Kotfresser. Sie ernähren sich vor allem von organischen Abfällen und sind so oft in den Abwasserzonen und in der Nähe und in Häfen zu finden.

Argusfische werden ähnlich häufig im Handel angeboten wie Silberflossenblätter. Sie gelten neben Kugel- und Schützenfischen als "die Brackwasserfische" schlechthin. Sie werden meist als 3-6 cm große Jungtiere im Süßwasser angeboten. Sie sind in der Familie der Scatophagidae in 5 Arten zusammengefaßt. Meistens werden der Grüne Argus (Scatophagus argus argus) und der Rotstirnargus (S. argus atromaculatus - oft unter den falschen Namen S. rubifrons) angeboten.

Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt über die meisten tropischen Küsten des Indopazifik vom Arabischen Golf bis Australien. An der Ostafrikanischen Küste werden sie von S. tetracanthus vertreten, die sich vom grünbräunlichen, dunkelgepunkteten S. argus (S. argus atromaculatus hat eine braune Grundfarbe mit dunklen Punkten und einem roten Streifen über der Stirn) durch eine weißbraune Querstreifung unterscheidet. Recht selten wird Selenotoca multifasiaticus als Silberargus eingeführt. Er kommt aus dem australisch-indonesischen Raum.*

Sie besitzen Giftstachel am Rücken und an den Brustflossen. Die Giftdrüsen jedoch, die diese Stachel versorgen bilden sich mit zunehmenden Alter des Tieres zurück. Trotzdem kann es zu Unfällen kommen, die einen starken ausstrahlenden Schmerz verursachen, aber nicht ernsthaft gefährlich sind. Dennoch sollte man einen Arzt aufsuchen.

Größe des Fisches und Beckengrößen:

Argusfische werden in der Natur beachtliche Brocken von 30 cm Größe und bis zu 1,2 kg Gewicht! Das sollte man beim Kauf bedenken. Ähnlich wie bei Monodactylus argenteus gibt es bei der Aquarienhaltung von Scatophagus argus Kümmerformen, die je nach Beckengrösse ihr Wachstum bei 15 - 20 cm einstellen, aber das sollte ja nicht im Sinne des Halters sein! Aber selbst Jungtiere sind problematisch. Damit die Tiere sich wohl fühlen und nicht zu aggressiv werden sollte ein Argustrupp mind. 4 Tiere zählen und selbst wenn sie die "handelsübliche" Größe von etwa 4 cm haben, sollte das Aquarium mindestens 120 cm lang und 50 cm hoch sein. Ab 8 cm, spätestens 10 cm wird dieses Aquarium zu klein. Jetzt sollten sie in ein Becken, dem man sie auch dauerhaft pflegen kann. Dies müßte mindestens stolze 200 cm x 70 cm x 70 cm messen! In kleineren Aquarien werden Größe und Verhalten unterdrückt.

Verhalten:

In der Aquarienliteratur werden Scatophagus immer als friedliche, lebhafte Schwarmfische bezeichnet, die sich gerne an Abwasserleitungen und in dreckigen Hafenbecken nach Nahrung suchen. Daraus könnte man schließen, daß sie friedliche Schwarmfische sind, die "hart im Nehmen" in Bezug auf Wasserwerte sind. Weit gefehlt. Im zu kleinen Aquarium kann ein Argus zu einem bösartigen Despoten werden. In meiner Anfangszeit als Brackwasserfan hatte ich ein 200 l Aquarium mit vier kleinen Silberblättern und einem Kugelfisch. Ich dachte, ein Argusfisch wäre eine schöne Bereicherung und kaufte ein ca. 4 cm großes Tier. Das ging eine ganze Zeitlang ganz prima, bis ich las, daß sie Schwarmfische sind und zum Wohlbefinden unbedingt Artgenossen brauchen. Also einen Artgenossen besorgt. Beide waren nun mit 6-7 cm gleich groß, doch der "Heimische" stürzte sich sofort auf den Neuen, um ihn von da an zu terrorisieren. Nach ein paar Tagen mußte ich den neuen in ein Quarantänebecken setzen, doch der Alte hatte ihm eine heftige Wunde in die Flanke gebissen, an die er bald starb. Den anderen Argus gab ich bald ab, da er anfing die Silberblätter anzugreifen. Einige Jahre später versuchte ich es noch mal mit einem kleinen Trupp in einem grösseren Aquarium. Das ging ganz gut; trotzdem gab ich die Tiere mit 13 cm später ab, weil ich ihnen keinen ausreichenden Platz anbieten konnte. Also: Ein einzelner Argus kann, ähnlich wie Feuerschwanz-Fransenlipper (Epalzeorhyncus bicolor) zu einem aggressiven Einzelgänger werden. Ist das Aquarium groß genug, ist er tatsächlich ein relativ friedlicher Schwarmfisch (ähnlich wie beim Feuerschwanz).

Wasserwerte und Freßverhalten:

Junge Tiere sind noch recht einfach zufrieden zu stellen. Scatophagus argus und die anderen Arten sollten von Beginn an in Brackwasser gehalten werden. Für kurze Zeit halten sie in hartem Süßwasser aus, sind hier aber sehr hinfällig. Die Dichte des Wassers kann ruhig zwischen 1,005-1,015 schwanken. Ab etwa 10 cm sollte der Wert bei mindestens 1,010 liegen. Bei spätestens 15 cm ist reines Meerwasser erforderlich. Im Brackwasseralter sollte das Wasser sauber und sauerstoffreich sein. Bereits kleine Erhöhungen von Nitrit führen zu Problemen. Damit es nicht zu einem tödlichen Nitritpeak kommt, braucht man eine großzügige und gut eingelaufene Filterung, da Bepflanzung des Beckens nicht möglich ist. Man kommt gar nicht dazu Pflanzen zu kultivieren, da sie von den Argus gefressen werden. Es sind gefräßige Allesfresser mit Hang zum Herbivoren. Es gibt sogar Berichte von Scatophagus argus, die nach dem Verzehr von Javafarn gestorben sind. Diese Pflanze wird normalerweise von herbivoren Fischen nicht angerührt, weil sie giftig ist! Im Meerwasser wird die Sache noch problematischer, da sie das Wasser mit ihrem schnellen Stoffwechsel stark belasten. Kaum ein Meerwasseraquarianer will einen Argus in seinem Aquarium haben!

Autor: Markus Schulz

 


Unterarten / Zuchtformen:

Scatophagus argus argus - Grüner Argus
Scatophagus argus atromaculatus - Roter Argus

 

Weiterführende Literatur:

folgt noch

 

Weiterführende Links (extern!):

  folgen noch

 


Diese Artbeschreibung wurde am 09.01.2007 aktualisiert. Die verwendeten Quellen sind in der Bibliographie aufgeführt. Bei Fragen melden Sie sich bitte im Forum. (Bitte die Art angeben!)

 

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